bis 1924
Der Männerchorgesang hat in Weroth eine lange Tradition. Bereits vor über 100 Jahren, genauer 1871, sammelte der erste Lehrer des Dorfes, Herr Metternich, junge sangesfreudige Männer um sich, um ohne sonderlich straffe Bindung mit ihnen geistliche Lieder zu singen.
1871 - Die ersten Versuche – Dirigent Lehrer Metternich
Das älteste bislang bekannte Datum ist der 23.November 1871:
An diesem Tag weihte Herr Pfarrer Link aus Hundsangen die neue Schule in Weroth ein. Vom ersten öffentlichen Auftritt noch nicht fest organisierter Sänger aus Weroth berichtet Lehrer Metternich in der Schulchronik:
„...Bei der neuen Schule errichteten die Sänger Ehrenpforten und eine kleine Allee von Tannenbäumen, wozu die Mädchen Kränze bereit hielten.......; während Herr Pfarrer Link zu (aus) Hundsangen das Hochamt hielt, sangen die Sänger unter mei-ner (des Lehrers Metternich / Anm.d.Red.) Leitung ein vierstimmiges deutsches Amt.
Herr Pfarrer Link benedicierte hierauf die Räume des Schulgebäudes und unterdes¬sen sangen die Sänger das schöne Lied von Fr. Abt: „Gott grüße Dich !“ Alle Anwesenden begaben sich nun in das Schullokal und die Kinder sangen das Einweihungslied aus Kölkenbeck: „Alleluja, die Stund ist da !“. Nachdem Herr Pfarrer Link noch eine Rede gehalten, sangen die Sänger den Choral aus Roos Liederheft (Schuleinweihungslied): „Vom heiligen Gefühl der Andacht !“. Zum Schluß sangen alle mit großer Begeisterung: „ Te Deum laudamus !“
Das bereits in der Gründerzeit der gesellige Teil nicht zu kurz kam und auch damals schon – wie heute nach manchem Wettstreit – die Gemeinde ihren Teil dazu beiträgt, beweist das Ende des Berichtes:
Des Nachmittags um 2 Uhr versammelten sich die Schulkinder, Sänger und erwach¬senen Mädchen im Lehrzimmer, wo eine halbe Ohm Bier (ca. 65–80 Liter, Anm.d.Red.) ihrer erwartete, die der löbliche Gemeinderat für sie bestellt hatte.
1872 - Erstmalig „Gesangverein“
Eine weitere Festivität unter Beteiligung der Sänger ließ nicht lange auf sich warten. Erstmalig verwendet der Chronist den Begriff „Gesangverein“:
Ein brillianter Fackelzug, bestehend aus Theilnehmern von allen Ortschaften des Kirchspiels Hundsangen bewegte sich am 21. März (1872; Anm.d.Red.), am Vor-abend des 25 jährigen Priesterjubiläums unseres Herrn Pfarrers Link zu Hundsan-gen durch die Straßen von Hundsangen in den Pfarrhof, um diesen tüchtigen, von Jedermann geachteten, geehrten und geliebten geistlichen Herrn zu beglückwün-schen. Abwechselnd sangen die Gesangvereine zu Hundsangen, Steinefrenz, Obererbach und Weroth passende, schöne Lieder...... Jeder Gesangverein erhielt von dem Herrn Pfarrer eine halbe Ohm gutes Bier ge-spendet. ......Für mich und im Namen des Gesangvereins dahier, spreche ich Herrn Pfarrer Link meinen Dank aus.
1887 - Lehrer Jungels übernimmt den Dirigentenstab...
Seit 1887 pflegte, Herr Lehrer Jungels, das Erbe seines verdienten Vorgängers. Unter seiner Stabführung bestand der Verein – zu einem solchen hatten sich die Sänger inzwischen zusammengeschlossen – die ersten auswärtigen Leistungspro¬ben, so auf den Sängerfesten in Hundsangen, Pütschbach und Wallmerod, sowie auf dem Kriegerfest in Thalheim.
Überhaupt gehörte offenbar die Gestaltung vaterländischer Veranstaltungen zum festen Repertoire des Vereins. Am 26. März 1897 beispielsweise veranstaltete der Gesangverein eine „Festfeier“ anläßlich des Geburtstages seiner Majestät des Kai-sers Wilhelm des I. (Schulchronik Weroth).
1898 - ...und gibt ab an Lehrer Groß
Im Jahre 1898 folgte Herr Lehrer Groß als Dirigent, allerdings nur für kurze Zeit. Persönliche Schwierigkeiten nahmen ihm den Stab aus der Hand. Ohne Führung geriet der junge Verein in seine erste und schwerste Krise, die schließlich zu seiner Auflösung führte.
1900 - Zuerst Jünglingsverein mit neuem Chorleiter und dann...
Die Erinnerung an die in dem früheren Verein erlebte Geselligkeit war Anlaß genug, sie in einem zunächst gegründeten Jünglinsverein wieder aufleben zu lassen. Dies allein genügte jedoch den Vereinsmitgliedern nicht. Sie wollten, wie ihre Väter, auch singen, denn irgendwie hatte sie der Zauber des Gesangs ergriffen. Sie sahen in der Pflege des Chorgesanges eine sinnvolle Betätigung zur eigenen Freude und zur Erbauung von Jung und Alt des ganzen Dorfes. Der Jünglingsverein suchte sehr bald einen Chorleiter, den er in dem musikbegeisterten Johann Hecker aus Wallmerod fand.
Noch am Pfingstsonntag des Jahres 1900 brachte dieser Verein dem 1. Primizianten der Gemeinde Weroth, Herrn Peter Schönberger, zusammen mit der Schuljugend ein Ständchen.
Offizielle Gründung des Männergesangvereins „Frohe Stunde“ am 1. Oktober 1900
Der uns heute als Männergesangverein „Frohe Stunde“ Weroth bekannte Verein wurde nach einem handschriftlichen Eintrag im Sängerbuch des Eduard Schönber-ger am 1. Oktober des Jahres 1900 gegründet. Da eine Gründungsurkunde nicht mehr existiert, ist die nachfolgend abgedruckte, damals vielleicht eher belanglose Notiz für den Verein zum wichtigen Dokument geworden
Seit diesem 1. Oktober des Jahres 1900 ist der Name „Frohe Stunde“ aus der Geschichte und dem Leben des Dorfes nicht mehr wegzudenken. Waren es zunächst nur 21 junge Männer, die den Verein gründeten, so konnte er in stetiger Fortent-wicklung im Jubiläumsjahr 1950 sogar 60 aktive Sänger aufweisen, eine Zahl, die bis heute nicht wieder erreicht wurde. Schnell erwarb sich der junge Verein das Vertrauen und die Sympathie der Dorfbe-völkerung, die fortan die „Frohe Stunde“ als „ihren Verein“ betrachtete. Bis zum Jahre 1939, dem Beginn des 2. Weltkrieges, in dem sich auch über den Chorgesang der „Frohen Stunde“ das große Schweigen breitete, ragen nachfolgende Daten wie Marksteine aus der äußeren Entwicklung des Vereins hervor:
1903 - Fahnenweihe
Seine Fahnenweihe beging der Verein 1903. Zunächst im „Nassauer Boten“ vom 17. Januar 1903 die Voranzeige mit folgendem Text
Der Gesangverein „Frohe Stunde“ hierselbst will am 28. und 29. Juni d.J. das Fest seiner Fahnenweihe begehen. Der Verein, dessen Dirigent Herr Lehrer Pabst ist, wird dafür sorgen, daß das Fest einen recht angenehmen Verlauf nimmt.
Auch innerhalb des Dorfes wurde formell zu dem festlichen Anlaß eingeladen. Im Protokoll der Sitzung des Kriegervereins Weroth vom14 Mai 1903 heißt es:
Zu Anfang der Versammlung teilte der Vorsitzende den Vereinsmitgliedern mit, daß der Gesangverein „Frohe Stunde“ den Kriegerverein zu dem Sängerfeste am 28./29. Juni freundlichst einladet.
1911 - Gesangwettstreit in Villmar
[7. Klassenpreis v. 10 Vereinen]
Dazu berichtet Lehrer Müller – der damalige Dirigent – in der Schulchronik
Am 16. Und 17. Juli des Jahres hielt der Gesangverein „Teutonia“ in Villmar a.d. Lahn sein 75-jähriges Jubelfest, verbunden mit einem großen Gesangswettstreit ab. Genannter Verein hatte die Güte unsern Verein „Frohe Stunde“ zu dieser Veranstaltung herzlich einzuladen. Es gelang uns denn auch nach hartem Waffengang in der II. Landklasse den 7. Preis – bestehend in einer kostbaren Fruchtschale( im Archiv des Vereins vorhanden) – zu erringen.
Da unser Dörfchen nur 250 Einwohner hat, so dürfte diese Leistung, in Anbetracht der Tatsache, daß wir mit Orten, welche eine 10 – 20 mal größere Einwohnerzahl aufweisen, (gesungen haben) nicht hoch genug anzuschlagen sein
Groß war dann die Freude, als die preisgekrönte Schar von dem ganzen Dorfe an der Station Steinefrenz mit Begeisterung empfangen und unter Marschgesang und Trommelwirbel nach dem Heimatdörfchen begleitet wurde, woselbst eine kleine Nachfeier den Schlußakkord bildete. „In Freud und Leid, zum Liede stets bereit“ soll auch für die Folge unsere Parole sein, auf daß diesem ersten Siege noch weitere folgen mögen. Weroth, den 01. August 1911 Müller, Lehrer
In der II. Landklasse ( 25 – 39 Sänger) starteten 10 Vereine. Gesungen wurde im Saalbau des Lokals „Deutscher Kaiser“. Zum Vortrag kamen ein aufgegebener Preischor und ein Chor nach eigener Wahl. Aufgabechor war eine Komposition v. E. Heuser „Die letzte Wacht“ nach einem Gedicht von E. Schönenberger. Als Chor eigener Wahl sang die „Frohe Stunde“ mit 30 Sängern „Am Rhein“ v. C. Attenhofer.
Vorsitzender in dieser Zeit war Peter Schönberger. Wann genau dieser den Vorsitz von Johann Pörtner III. übernahm ist nicht bekannt.
1912 - Wettstreit in Wetzlar
[3. Klassenpreis, 1. Ehrenpreis]
(aus der Schulchronik) Der 27. Mai (1912;Anm.d.Red.) war ein Freudentag für unsere Gemeinde. Unserem Gesangverein „Frohe Stunde“ gelang es auf dem Wettstreite in Wetzlar-Niedergirmes im Klassensingen den III. Geldpreis nebst Diplom zu erringen und zwar bei starker Konkurrenz.
Bei dem III. Geldpreis handelte es sich um 50 Mark. Das Diplom lagert im Archiv des Vereins. In der Klasse III starteten insgesamt acht Vereine. Vor der „Frohen Stunde“ (176 Punkte) lagen der „Liederkranz“ Burgsolms (206) und der „Liederkranz“ Dietkir¬chen (213). Die „Frohe Stunde“ sang neben dem Aufgabechor „Auf der Wacht, das Volkslied „Landsknechts-Biwak“ von Jul. Wengert. (Anm.d.Red.)
1913 - „Kaiserfeiern“
Zwischen den Wettstreitaktivitäten gab es natürlich auch andere Auftritte, z. B die 25 jährige Jubiläumsfeier seiner Majestät welche vom Kriegerverein ausgestaltet und
in Gemeinschaft mit dem Gesangverein „Frohe Stunde“, der Schuljugend des Ortes und der Bürgerschaft am 15 Juni (1913;Anm d Red.), nachmittags um ½ 4 Uhr im Saale des Herrn Gastwirts Eidt abgehalten wurde ...... Hier empfand man so recht, wie unser mehrfach preisgekrönter Sängerchor bei einer nationalen Feier nicht fehlen darf und wie er einer solchen Veranstaltung Leben und Glanz zu geben vermag.
1913 - Wettstreit in Limburg/L.
(3. Klassenpreis, 1.Ehrenpreis, Höchster Ehrenpreis, 1.Dirigentenpreis)
Interessant ist der Ablauf eines solchen Wettstreites. Er begann für die „Frohe Stunde“ am Sonntag, dem 06. Juli 1913 vormittags mit dem ersten Wettsingen im Saal der alten Post.
Eintritt kostete für die Zuhörer 1 Mark. In der III. Landklasse trat die „Frohe Stunde“ diesmal gegen den MGV „Hoffnung“ Niederelbert und den MGV „Die Quelle“ aus Fachingen an. Im Klassensingen gewann Fachingen (138 Punkte), vor Niederelbert (134) und Weroth (125). Der selbstgewählte Chor „Walderwachen“ v. Georg Rathgeber war wohl doch noch eine Nummer zu groß. Das selbstgewählte Volkslied „Die Seerose“ von Julius Wengert zum Ehrensingen paßte da wohl schon besser. Hier gab es mit 79 Punkten den ersten Platz (Elbert 71; Fachingen 78). Nach dem sogogenannten Ersten Wettsingen folgte dann nachmittags um 15.00 Uhr der obligatorische Festzug, bei dem die „Frohe Stunde“ mit den 25 gemeldeten Sängern an 34. Stelle mitmarschierte.
Nach dem Eintreffen des Festzuges auf dem Festplatz Salmers Wiesen sang die festgebende „Eintracht“ aus Limburg einen Begrüßungschor, an den sich die Fest-rede und Gesangsvorträge der nicht wettstreitenden Vereine anschlossen. Der Sonntag endete dann mit einem Konzert in der Festhalle und einem Volksfest auf dem Platz davor. Als Festhalle hatten die Limburger Sänger eine 2000 Personen fassende Werkhalle der Firma Ohl gemietet.
Am Montag vormittag begann dann erst um 9.00 Uhr das sog. II. Wettsingen bzw. Höchste Ehrensingen. Der Aufgabechor hieß „Sommernacht“ von J. Werth. und schien dem Chor zu liegen. Für eine überzeugende Leistung gab es 132 Punkte (Elbert 125;Fachingen 129) und als Höchsten Ehrenpreis einen Pokal, gestiftet von der Bierbrauerfamilie Busch.
Aus der Tatsache, wer die neun Preise für die Sieger beim höchste Ehrensingen stiftete, kann man im Übrigen die patriotische Bedeutung des Männergesangver-einswesens dieser Zeit unschwer erkennen. Den neunten und achten Preis stifteten die beiden Limburger Kriegervereine Germania und Teutonia (einen solchen Krieger¬verein gab es - wie oben bereits erwähnt- auch in Weroth), den siebten der Landrat, den sechsten der Kaiserjahrgang – d.h. alle Limburger, die wie der Kaiser im Jahre 1859 geboren waren - , den fünften die Stadt Limburg, den vierten Freifrau von Dun¬gern vom Schloß Dehrn, den dritten die Großherzogin Hilda von Baden, ehemalige Prinzessin von Nassau, den zweiten und ersten schließlich die Kaiserin Auguste Viktoria und Kaiser Wilhelm II.
Der zweite Festtag in Limburg aber muß unserem Verein unvergeßlich sein. Da wurde er im Ehrensingen erster Sieger. Mit begeisterter Freude empfing damals Jung und Alt die mit dem 1. Ehrenpreis gekrönten Sänger (aus der Chronik in der Festschrift des Vereins von 1925)
1914 - 1918
Während des 1. Weltkrieges ruhte dann offenbar die Vereinstätigkeit mehr oder we¬niger. Aus dieser Zeit sind zumindest keinerlei kulturelle Aktivitäten bekannt. Nach dem 1. Weltkrieg ist Peter Schönberger wieder 1. Vorsitzender des Vereins.
1922 - Wettstreit in Freiendiez
Im Festbuch des MGV „Germania“ Freiendiez, daß dieser anläßlich seines 60-jährigen Bestehens am 01.,02. und 03. Juli 1922 herausgab, ist in der 3. Landklasse auch die „Frohe Stunde“ aufgeführt. Nach dieser Unterlage hatte der Verein mit 29 Sängern unter dem Vorsitz von Peter Schönberger mit seinem Chorleiter Lehrer Müller zumindest eine Teilnahme angemeldet. Als selbstgewähltes Lied sollte „Mein Heimdorf im Schnee“ von Fritz Krasinsky und ,als selbsgewähltes Volkslied „Verlorenes Lieb“ von Karl Fr. Glück zur Aufführung kommen. Ob man an diesem Wettstreit tatsächlich teilgenommen hat ist fraglich, denn bislang existieren dazu keine Belege.
1922 - Ein neuer Dirigent übernimmt – Musiklehrer Heinrich Hannappel
1922 übernahm der Musiklehrer Heinrich Hannappel die Führung des Vereins. Der erst 22 Jahre alte, kunstbegeisterte junge Mann setzte seine ganze Kraft ein, den Verein zur höchsten Entfaltung zu bringen. Noch im selben Jahr konnte der Verein drei Winterkonzerte geben, die ihn weit und breit populär machten. Mit der Verpflichtung dieses Dirigenten hatte man offenbar auch Weitblick bewiesen.
Hannappel entwickelte sich später zu einem der führenden Dirigenten im nassaui-schen Sängerbund . Von seinen offenbar in reichem Maß vorhandenen, guten Anla¬gen profitierte als einer der ersten Chöre die „Frohe Stunde“. In Weroth verdiente er sich zumindest seine ersten Sporen.
(Ende des Jahres 1933 dirigierte H. Hannappel den MGV „Liederkranz“ Dietkirchen mit 50 Sängern, die Sängervereinigung „Germania“ Elz mit 60 Sängern, den MGV „Teutonia“ Villmar mit 80 Sängern, den MGV „Eintracht“ Runkel mit 60 Sängern, den MGV „Harmonie“ Staffel mit 50 Sän¬gern und schließlich den MGV „Eintracht“ Limburg mit 100 Sängern).
Der Kulturkritiker in Limburg – Domkapellmeister Hans Pabst – lobte späterhin die vornehme Ruhe beim Dirigieren, das sparsame Umgehen mit Fortissimo und die gute stimmliche Ausbildung der Sänger ( am Beispiel der Limburger "„Eintracht"), die nur durch fleißiges A-capella-Üben erreicht werde. Hannappel scheine überhaupt „seinem musikalischen Wesen entsprechend, immer mehr zu feinsinnigen, poeti¬schen Werken zu greifen ..., die er mit liebevollem Eingehen auf die kleinsten Einzel¬züge der Partitur“ herausarbeite und gestaltete (Nassauer Bote vom 13. Dezember 1932). Interessanterweise spiegelt sich diese Einstellung bei fast allen nachfolgen¬den Chorleitern der „Frohen Stunde“ wieder, so daß die Wurzeln des anerkannt gu¬ten Chorklanges vielleicht bereits hier zu suchen sind.
1923 - Männergesang und Inflation
1923 rüstete die „Frohe Stunde“ zu einem ersten Wettstreit mit dem neuen Dirigenten und zwar in Hahnstätten. Dieser wurde jedoch – wie so vieles andere – ein Opfer der Inflation.
Bis in diese Zeit gehörte die „Frohe Stunde“ noch nicht zum damaligen Sängerkreis 9 (Unterwesterwald), sondern hatte sich mit den Brudervereinen in unmittelbarer Nachbarschaft in der sogenannten Gruppe „Wällerstein“ zusammengeschlossen. Vorsitzender dieser Vereinigung war der spätere Ortsbürgermeister Johann Eidt. Nun hing sich diese Gruppe organisatorisch an den Sängerkreis und Johann Eidt gehörte ab diesem Zeitpunkt als Gruppenvorsitzender zum erweiterten Kreisvorstand des Sängerkreises Unterwesterwald.
(Die ältesten Aufzeichnungen der Chronik des Sängerkreises belegen danach Kaspar Solbach aus Ruppach-Goldhausen als Vorsitzenden der Sängergruppe 3 in der die Gruppe „Wällerstein“ aufging, bis Johann Eidt am 28.11.1937 erneut als neuer Vorsitzender der Sängergruppe 3 in den Kreisvorstand aufgenommen wurde. Dieses Amt führte er auch nach dem Krieg fort und sicher nicht nur dieses Ehrenamt, sondern auch seine Verdienste als Vorsitzender der „Frohen Stunde“ und sein patriarchalisches Wesen trugen dem „Vornesegger Ferrer“ den Beinamen „Sängervater Eidt“ ein. Er war im ganzen Umland bekannt und sein breites, wohlmeinendes „Bra..., Bra..., Bravo !!!“nach einem gelungenen Vortrag war geradezu sprichwörtlich.)
1924 - Teilnahme am Festzug des MGV „Germania-Liederblüte“ Elz (7. Juli)
1924 - Wettstreit in Koblenz (8. August)
[4. Klassenpreis der 2. Landklasse]
Die kühnste Tat vollbrachte der Verein im darauffolgenden Jahre; er wagte sich unter der Leitung seines jungen Dirigenten auf den großen Gesangwettstreit in Koblenz. Die gefürchtete Konkurrenz der Rhein-, Ruhr- und Moselvereine aber mußte ihm doch einen Erfolg lassen. Mit dem 4. Klassenpreis der 2. Landklasse kehrten die Sänger heim.(Quelle: Festschrift v 1925)
Der Chor präsentierte sich bei diesem Wettstreit mit 43 aktiven Sängern. (Im Klassensingen „Treue Liebe“ von Hirsch, Ehrensingen „Morgen im Walde“ von Hegar, Höchstes Ehrensingen „`s Herz“ von Silcher) Erstmalig erscheint im Festbuch des MGV „Viktoria“ Koblenz Adam Metternich als 1. Vorsitzender der „Frohen Stunde“.